erschienen in health@work 4/2015

Unternehmen in vergangenen Zeiten regelten über klare Strukturen und geordnete bürokratische Abläufe den Alltag der Beschäftigten. Es gab fixe Arbeitszeiten und eindeutige Zuständigkeiten. Die Kommunikation lief in festgelegten Bahnen. Auch Ausnahmen von Regeln wurden schriftlich formuliert. Entscheidungen wurden von den Beschäftigten nach oben delegiert. Die Umsetzung der dann getroffenen Entscheidungen wurde über mehrere Hierarchie-Stufen hinweg kontrolliert. Diese Kultur der Arbeit hat vielen Menschen Sicherheit gegeben – die Erwartungen waren klar. Die Nicht-Einhaltung von Regeln wurde häufig als persönliches Versagen bewertet. Bekanntermaßen haben sich die Zeiten geändert. Menschen und Organisationen haben Veränderung als eine der wenigen Konstanten zumindest erkannt, vielleicht noch nicht wirklich akzeptiert. Dazu gehört es, sich immer wieder auf Neues einzulassen. Persönliche Schlüsselkompetenzen sind dafür: Perspektiven verändern und lernfähig bleiben. Damit diese Schlüsselkompetenzen wirksam werden können, ist ein konstruktiver Umgang mit Fehlern erforderlich. Denn wer neue Wege beschreitet, wird auch Irrwege gehen. So ist der Umgang mit Fehlern die Nahtstelle zwischen persönlicher Bereitschaft alte Muster zu verlassen, ressourcenorientierter Führung und lernender Organisation.

Leider gibt es noch einige Organisationen, die „Doppelbotschaften“ aussenden. Einerseits wird Veränderungsbereitschaft gefordert, andererseits überwiegt eine Nebel-Kultur. Dieses Nebulöse zeichnet sich z. B. dadurch aus, dass Fachexperten in ihrer Funktion möglichst unklare Aussagen machen, Entscheidungen nach oben delegieren oder sich in langwierigen Prozessen nach allen Seiten absichern, sollten sie sich doch einmal zu einer klaren Aussage hinreißen lassen. Diese Systeme sind immer noch von der Versagenskultur geprägt. Dazu kommt die Tatsache: wenn Menschen sich nicht trauen Entscheidungen zu treffen, leben sie offensichtlich in Unsicherheit und Stress. Wenn Menschen über den Tellerrand blicken, neue Wege beschreiten und dann für Fehler bestraft werden, entstehen ebenfalls Stress und Frustration. hier geht es zum Artikel